Hauptthemen

Das Impuls4Action-Projekt zielt darauf ab, Maßnahmen zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung auf allen Ebenen auszulösen, indem geeignete Instrumente bereitgestellt, das Bewusstsein geschärft und neue Modelle für einen nachhaltigen Bodenschutz in den Alpen gefunden werden. Der Klimawandel erhöht den Bedarf an integrativen Aktivitäten und maßgeschneiderten Instrumenten zum Bodenschutz und zur Entwicklung der grünen Infrastruktur (GI).

In drei thematischen Pilotfällen:
1. Wassermanagement
2. IInnenentwicklung
3. Moore

Moore

Moore spielen weltweit eine bedeutende Rolle für die Erhaltung der Biodiversität. Sie sind als ökologische Infrastruktur sehr wichtig, da sie beide elementare Funktionen erfüllen - Kernflächen für die Erhaltung und Förderung der Lebensräume von Populationen prioritärer Arten und Netzwerkflächen als Bindeglied zwischen diesen Populationen. Neben diesen Grundfunktionen der ökologischen Infrastruktur spielen die Moore aufgrund ihrer vielfältigen Ökosystemleistungen eine entscheidende Rolle. Sie tragen zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität und des ökologischen Netzwerks bei, sie fungieren als CO2-Senke und spielen eine wichtige Rolle beim Klimawandel.

Moore sind weltweit die Ökosysteme mit dem größten C-Pool pro Flächeneinheit. Ihre Degradierung - insbesondere durch Entwässerung und die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen - hat einen großen Einfluss auf den Klimawandel. In den Alpen spielen sie eine wichtige Rolle, da sie hier das Hauptverbreitungsgebiet haben. Der Druck auf die Moore, insbesondere in den intensiv genutzten Alpentälern, ist sehr hoch. Wie alle ökologischen Infrastrukturen halten sich auch die Moore nicht an politische Grenzen. Der Schutz und die Förderung der alpinen Moorgebiete fordern daher eine internationale Zusammenarbeit. Neben der raumplanerischen Absicherung der Gebiete ist eine aktive Umsetzung vor Ort erforderlich.

Um die Ziele des Moorschutzes zu erreichen, ist die Einbindung von Experten und Akteuren, die im Bereich Moor-, Boden- und Klimaschutz tätig sind, unerlässlich. Außerdem muss die Datenlage in den verschiedenen Alpenländern harmonisiert und so zusammengestellt werden, dass sie allen Akteuren zur Verfügung steht. Die Informationen werden in die Impuls4Action Toolbox integriert. Diese soll die Akteure bei der Suche nach geeigneten Projektbeispielen und anwendbaren Methoden sowie bei der Suche nach Experten unterstützen. Gemeinsam mit nationalen, regionalen und lokalen Experten und Stakeholdern aus dem Alpenraum wird eine Roadmap für weitere Implementierungsprojekte im Moorschutz entwickelt.

Wassermanagement

In den letzten 120 Jahren sind die Temperaturen im Alpenraum um fast zwei Grad Celsius gestiegen - etwa doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Dieser Temperaturanstieg hat Folgen für die alpinen Ökosysteme und die Böden. Vor allem im Wasserhaushalt des Bodens werden Veränderungen zunehmend sichtbar. Vielerorts sinkt der Grundwasserspiegel und Dürreperioden werden häufiger und stärker. Auch die Wetterereignisse werden unberechenbarer und extremer. Neben Trockenperioden treten immer häufiger kurzzeitige Starkregenereignisse oder Sturmereignisse auf. Die Landwirtschaft im Alpenraum steht schon jetzt vor großen Herausforderungen, vor allem in der nahen und mittleren Zukunft. Die Landwirte haben bereits begonnen, sich mit einer Vielzahl von Maßnahmen an die neuen Klimabedingungen anzupassen.

Im Bereich des Bodenwasserhaushaltes können unter anderem neue Klimadaten oder Klimaprognosen wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Anpassungen der Landnutzung liefern. So liefern beispielsweise klimabezogene Szenarien zur Verbreitung von Trockengebieten hilfreiche Informationen über das Ausmaß und die Stärke der Dürrebeobachtung im Alpenraum.

Das Projekt "Impuls4Action" legt besonderen Wert auf den Austausch von Informationen und Erfahrungen. Im Rahmen von zahlreichen Workshops mit Stakeholdern werden nicht nur wissenschaftliche Informationen ausgetauscht, sondern auch konkrete Maßnahmen und Best-Practice-Beispiele diskutiert. Neben vielen anderen Beispielen wurden in einem Workshop Erfahrungen über konkrete Managementtechniken in der Grünlandbewirtschaftung als eine Form der Anpassung an den veränderten Wasserhaushalt im Boden ausgetauscht.

Die Impuls4Action Toolbox soll Akteuren in diesem Bereich geeignete Beispiele, Projekte, Methoden und Experten zur Verfügung stellen, um den Austausch von Know-how zu fördern und Best Practices im Wassermanagement für alpine Böden anzuregen.

IInnenentwicklung

Da im Alpenraum die Siedlungsfläche begrenzt ist, sollte eine nachhaltige Entwicklung des Flächenverbrauchs angestrebt werden. Der Innenentwicklung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, wenn es um die Gestaltung einer nachhaltigen Stadt- und Dorfentwicklung geht. Der Vorrang der Innenentwicklung vor der Außenentwicklung ist mittlerweile Konsens in den Fachplanungsdiskursen.

In der Praxis stellt sich die Situation in vielen Kommunen jedoch anders dar. Gerade kleine Orte in schrumpfenden oder sich stabilisierenden Gebieten sind mit einem Funktionsverlust (u.a. Wohnen und Gewerbe) konfrontiert. Dies zeigt sich in Leerständen und Brachflächen in den Ortskernen, während am Ortsrand oder in anderen Ortsteilen nicht selten mehr Flächen für Wohn- und Gewerbezwecke ausgewiesen werden. Dies ist zum einen auf exogene sowie strukturelle und gesamtgesellschaftliche Faktoren wie den demografischen Wandel, veränderte Wohnbedürfnisse oder die Digitalisierung im Einzelhandel zurückzuführen. Andererseits sind Hindernisse und Hemmnisse für eine gezielte Innenentwicklung auf eine Lücke zwischen Wissen und Umsetzung zurückzuführen.

Gleichzeitig wird die Notwendigkeit einer intensiven Einbindung der Bevölkerung und der Akteure vor Ort deutlich: Wo kommunale Akteure im Zusammenspiel mit Eigentümern, lokaler Zivilgesellschaft, lokaler Wirtschaft und Bewohnern die Innenentwicklung aktiv unterstützen, können erfolgreich Impulse für lebendige Wohn- und Versorgungsstandorte gesetzt werden.

Die Impuls4Action Toolbox möchte den Akteuren nun geeignete Beispiele, Projekte, Methoden und Experten in diesem Bereich zur Verfügung stellen, um den Austausch von Know-how zu fördern und zu einer verbesserten Innenentwicklung anzuregen. Denn jede verbrauchte Fläche steht nicht nur zukünftigen Generationen nicht mehr zur Verfügung, sondern schränkt schon jetzt z. B. die landwirtschaftlichen Flächen für die Nahrungsmittelproduktion ein, reduziert Ökosystemleistungen und macht Flächen angreifbarer für den Klimawandel und führt zu erhöhten Kosten für die Entwicklung bei gleichzeitiger Verödung und Überalterung von Innenstädten oder Ortskernen.